Millionen fordern den Sturz Morsis

(Der Artikel erscheint in aehnlicher Form am 25.6.13 bei Deutsche Welle)

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Freiwillige der Tamarod-Kampagne sortieren die gesammelten Unterschriftenformulare in ihrem Hauptquartier in Downtown-Cairo Foto: Hammuda Bdewi

Mit einer großangelegten Unterschriftenkampagne setzen Regimegegner die Muslimbrüder unter massiven Druck. Für den 30. Juni planen sie eine Großdemonstration in deren Folge es zu einem Gewaltausbruch kommen könnte.

Mohamed steht vor seinem winzigen Café. Es besteht aus einem Gaskocher in einem blauen Metallschrank an der Wand einer kleinen Gasse und zwei Plastikstühlen. Der 49-jährige ist wütend auf Präsident Mohammed Morsi und die Muslimbrueder. Den täglichen Euro, um seinen Sohn zu ernähren, könne er kaum noch aufbringen, da alles teurer werde. Hinzu kommen die ständigen Stromausfälle, die Benzinknappheit und viele gebrochene Versprechen. So wie Mohamed denken Viele. Laut eine aktuellen Umfrage des Zogby Instituts unterstützen nur noch 28% der Ägypter den Präsidenten. Mohamed legt noch nach: „Die Situation ist kaum erträglich. Unter Mubarak und seinem Innenminister ging Weiterlesen

Kommentar: Zeit zu handeln!

Der Kommentar erschien am 11.6.13 bei The European

In einem hochpolitischen und absurden Prozess hat die ägyptische Justiz 43 Mitarbeiter (darunter auch zwei Deutsche) internationaler und ägyptischer Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zu Haftstrafen verurteilt. Damit einher ging auch die Schließung der Bueros der deutschen Konrad Adenauer Stiftung und mehrerer US-amerikanischer Organisationen, die sich ebenfalls für Demokratie und Menschenrechte in Ägypten einsetzten. Es ist vor allem die Signalwirkung für die ägyptischen NGOs und im Grunde jeden, der sich vor Ort in Ägypten für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte einsetzt, wegen der dieses Urteil nicht einfach hingenommen werden darf: von nun an wird sich jede lokale Menschenrechtsorganisation genau überlegen müssen, was sie noch tun darf, um gegen Verbrechen des Staatsapparates zu Felde zu ziehen. Das Urteil soll also auch Angst verbreiten und Selbstzensur bewirken.

Die deutsche Politik reagierte bisher scharf: der deutsche Außenminister nannte das Urteil „empörend“,  und der außenpolitischen Sprecher der Unionsfraktion sagte, dass Präsident „Mursi und seine Leute immer mehr als Partner für eine gemeinsame Gestaltung der Zukunft in Ägypten ausfallen“. Viele andere deutsche Politiker, unter Ihnen auch der Vorsitzende der Konrad Adenauer Stiftung, Gert Pöttering, schlossen sich dieser Kritik an –ägyptischer Diplomat möchte man in Berlin momentan nicht sein.

Das autoritäre Gebaren von Mursi & Co.

Doch es darf nicht nur bei scharfen Worten bleiben. Es müssen Taten folgen, denn es steht viel auf dem Spiel. Seit vielen Monaten ist Weiterlesen